Justin Robidas oder wie Zug die Gerüchteküche befeuert
Nichts befeuert die Ausländer-Gerüchtebörse im August so sehr wie viel Geld. Also ein Klub, der schöne Gehälter zahlt und Investitionen ins ausländische Personal nicht scheut. Dem Publikum sollte deshalb nicht vorenthalten werden, wer in Nordamerika mit dem EV Zug in Verbindung gebracht wird.
Nach zwei sportlich enttäuschenden Jahren und Wirren mit einem Trainerwechsel und dem unfreiwillig freiwilligen Abschied der grossen Bürogeneräle Patrick Lengwiler und Reto Kläy tun die Zuger alles, um wieder konkurrenzfähig zu werden. Denn es gibt keine grössere Genugtuung als den Kritikern sagen zu können, man habe eben doch recht gehabt.
Wenn es gelingt, die Mittelachse zu verstärken, dann ist es möglich, wieder in die Spitzengruppe zurückzukehren. Der interessanteste Name in der Gerüchteküche rund um Zug ist Justin Robidas (23). Er hat die AHL letzte Saison mit 60 Punkten aus 58 Spielen in der Qualifikation und mit 16 Punkten aus 21 Partien in den Playoffs gerockt.
Robidas ist nur 173 Zentimeter gross, kann Center und Flügel und ist so etwas wie eine kräftige Version von Lino Martschini. Aber womöglich für eine NHL-Karriere zu klein. Er hat in bisher vier Partien drei Punkte produziert. Carolina ist zwar im Besitz seiner Rechte, hat ihm aber nach wie vor keinen neuen Vertrag offeriert. Ein Wechsel nach Europa wäre transferjuristisch machbar.
Den NHL-Traum schon mit 23 aufgeben und das Talent in Europa kapitalisieren? Das ist für den amerikanisch-kanadischen Doppelbürger die Karriere-Frage, auf die er zeitnah eine Antwort finden muss. Bei einem Wechsel nach Europa wäre Zug im Rennen. Niemand zahlt besser.
Die Zuger hätten allerdings im Falle einer Verpflichtung von Justin Robidas gleich acht ausländische Spieler unter Vertrag (drei Verteidiger, fünf Stürmer). Was immerhin die Möglichkeit eröffnen würde, das kritische Publikum mit dem Einsatz von fünf ausländischen Stürmern mit einem Offensivspektakel sondergleichen bestens zu unterhalten. Und darum geht es auch: Der EV Zug ist auch eines der führenden Unternehmen der Zentralschweizer Unterhaltungs-Industrie.
